ETWAS WESENTLICHES FEHLT
In der klassischen Psychotherapie geschieht viel über Sprechen und kognitives Verständnis. In alternativen und somatischen Therapien viel über Emotionen und den Körper. Damit sind schon wichtige Bereiche abgedeckt - das heisst, wer beides kombiniert, macht oft schon bewegende Erfahrungen und kommt sich selbst ein gutes Stück näher.
Doch was wir in unserer Arbeit immer wieder erleben ist, dass vielen trotzdem etwas wichtiges fehlt. Viele Menschen mit jahrelanger Therapieerfahrung sind immer noch auf der Suche nach etwas, was sie mit den bisherigen Methoden nicht finden konnten. Trotz guter Einsichten dank Psychotherapie und trotz starker emotionaler und körperlicher Erfahrungen in alternativen Ansätzen bleibt etwas Tieferliegendes unerreicht.
Um diese tieferliegende Ebene geht es in unserer Arbeit. Und es freut uns sehr, von den Menschen die wir begleiten, genau dieses Feedback immer wieder zu bekommen. Dass sie zum ersten Mal in einer Tiefe etwas verändert, die sie zuvor nie erreicht haben. Doch woran liegt das?
Innere Prozesse finden nicht isoliert von der Umgebung statt. Wer nur das System der einzelnen Person beachtet und dieses in Ordnung bringen möchte - ob mit klassischen oder alternativen Methoden, wird immer in einem sehr beschränkten Rahmen arbeiten.
Individuelle Prozesse sind als Bewegung eines grösseren Ganzen zu verstehen, von welchem wir Teil sind. Das bedeutet, dass innere Prozesse viel mehr etwas sind, mit dem wir mitgehen können. Etwas, was wir wahrnehmen und zulassen können, aber nicht etwas, was wir im eigentlichen Sinn "tun".
Das trifft auch auf die Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte und die Integration der damit verbundenen Gefühle zu. Die Prozesse, die wirklich tief führen, können erst geschehen, wenn wir erkennen, dass die Bewegung, die uns dahin führt, aus dem Leben selbst kommt. Eine Bewegung, die im Alltag geschieht, in jedem Triggermoment, in den täglichen Gedanken und Ereignissen - im Lauf der Dinge, den wir oft als unbewusst und zufällig empfinden.
Zugang zu den Prozessen, die das Leben - das grössere Ganze - anstossen möchte, finden wir aber nicht, indem wir den Alltag beobachten und die "Botschaft" des Lebens interpretieren wollen, sondern indem wir uns hingeben und uns berühren und bewegen lassen von dem, was geschieht. Das wird erst dann wirklich möglich, wenn wir anfangen, das Leben und die Welt als das zu erkennen, was sie wirklich ist: lebendig und bewusst.
Nicht wie ein Gott oder eine Göttin, die uns leitet, sondern wie ein Körper, von dem wir eine Zelle sind. Je mehr wir verstehen, wirklich verstehen, was das bedeutet, umso tiefer können wir uns auf den Prozess einlassen, der mit uns geschehen möchte. Und dieser Prozess führt direkt in die Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte, aber auch in ein Erwachen in eine neue Realität. Immer tiefer ins Erkennen und Erleben der bewussten Welt um uns herum.
Wirklich umfassend zu verstehen, was das genau bedeutet und wie sich das tatsächlich anfühlt, ist ein längerer Weg, der sich am besten mit intensiver Begleitung gehen lässt. Aber erste Schritte in diese Richtung kannst du jetzt schon gehen.