DIE RÜCKKEHR IN DIE LEBENDIGE WELT

Eines der grössten Missverständnisse unserer Zeit ist die Vorstellung, dass nur Menschen bewusst seien – oder, wenn überhaupt, noch andere Tiere, sofern sie über ein ausreichend hoch entwickeltes Nervensystem verfügen. Dass diese Annahme keine solide wissenschaftliche Grundlage hat, wird dabei weitgehend ignoriert.

Es scheint, dass viele Menschen grosse Angst davor haben, die Welt als das zu erkennen, was sie wirklich ist: lebendig und bewusst. Vielleicht, weil es dann schwieriger wird, so mit der Welt umzugehen, wie wir es gegenwärtig tun. Weil wir uns in einer Welt, in der nicht nur wir, sondern alles bewusst ist, anders verhalten müssen. Weil Gleichwertigkeit auf den ersten Blick viel anstrengender aussieht als Ignoranz und Dominanz.

Aber tatsächlich finden wir im Erkennen der lebendigen und bewussten Welt um uns herum ein Aufwachen in ein neues, verbundenes, erfüllteres und glücklicheres Leben. Ein tiefes, unerfülltes Bedürfnis findet endlich Antwort. Denn die Isolation, in der wir als Menschen leben, ist ein Zustand, der sich für uns unnatürlich anfühlt, der uns leiden lässt und bewusst oder unbewusst merken wir das. Es fehlt uns etwas - oft ohne, dass wir genau benennen können, was es ist.

Wenn unsere vergessenen Sinne für den bewussten Kontakt mit der Welt um uns herum wieder erwachen - und wir Pflanzen, Tiere, Steine und Landschaften als die bewussten und lebendigen Wesen erkennen, die sie sind -, ist das wie ein Nachhausekommen oder ein Aufwachen aus einem traumlosen Schlaf.

Und ja, unser Menschsein wird dadurch in dem Sinne etwas weniger einzigartig, wenn wir merken, dass wir nur eine von unzähligen Bewusstseinsarten erleben. Dass wir nur eine Form von Leben sind - unter vielen. Aber diese Erkenntnis lässt uns selbst nicht unbedeutender fühlen, sondern bedeutsamer. Denn Teil einer pulsierenden, bewussten und lebendigen Welt zu sein, ist so viel schöner und erfüllender als getrennt davon zu sein. Und vor allem echter! Denn wer beginnt, diesen Zustand zu erleben, merkt, dass zuvor vieles wie eine Illusion wirkte.

Der Weg dahin, das zu erleben, beginnt mit kleinen Schritten im Alltag. Mit einem Innehalten im Wald zum Beispiel, bei einem besonders schönen Baum und dem inneren Hinfühlen und in Kontakt gehen mit ihm, anstatt ihn nur äusserlich zu betrachten. Und vor allem damit, dass eine innere Offenheit dafür entsteht, die Welt lebendig und bewusst zu sehen. Denn wir können nur erkennen, wozu wir auch bereit sind.

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ETWAS WESENTLICHES FEHLT

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DU MUSST DAS NICHT ALLEINE TRAGEN