DAS TIEFE GLÜCK FINDEN
Kennst du diese Momente, wo du die Schönheit der Welt so richtig sehen kannst? Momente, in denen du dich dem Leben ganz nah fühlst und einfach nur tief glücklich bist, Teil davon zu sein?
Das tiefe Glück solcher Augenblicke eröffnet sich oft ganz unerwartet. Es lässt sich weder erzeugen noch festhalten. Es ist wie ein wärmend kribbelnder Sonnenstrahl, der einen für einen kurzen, aber bedeutenden Augenblick berührt, wenn sich die schwere Wolkendecke kurz lichtet, bevor sich der Himmel wieder zuzieht.
Dass man dieses tiefe Glück nicht machen, sondern nur zulassen kann, bedeutet aber nicht, dass man nichts dafür tun könnte, dass es einen öfters findet. Denn die Sonne dieses Glücks ist eigentlich immer da - nur vermag sie meist nicht, den Schleier unserer inneren Dunkelheit zu durchdringen.
Auch diese dunklen Momente kennst du vielleicht. Momente, wo du dich fragst, warum du das Leben nicht einfach geniessen kannst, obwohl es doch so viel Schönes gibt und so vieles, wofür du dankbar sein könntest. Warum nur ist es manchmal so schwierig, sich leicht und frei zu fühlen und das alles einfach geniessen zu können?
Es ist deine Vergangenheit, die dich festhält. Und wie tut sie das? Nun - eigentlich hält sie dich nicht fest, sondern du sie. Und zwar insbesondere jene Ereignisse, die zu schlimm, zu aufwühlend waren, um sie abschliessend einordnen und verarbeiten zu können. Du hast gelernt, dass du dich nie ganz sicher fühlen kannst. Dass du jederzeit darauf vorbereitet sein musst, dass wieder etwas Schlimmes passiert - dass du dich besser nie ganz entspannst, nie ganz loslässt.
Unverarbeitete Ereignisse aus deiner Vergangenheit sind die Wolken in dir, die das Licht dieser vollen und schönen Welt so oft nicht zu dir durchdringen lassen - oder noch exakter: die Gefühle, die mit diesen Ereignissen zusammenhängen. Und so lange du keinen Weg findest, prägende und traumatische Erlebnisse und die damit verbundenen Gefühle sinnvoll einzuordnen und zu verarbeiten, kannst du sie nicht komplett loslassen.
Aber Verarbeiten bedeutet mehr, als sich Gedanken darüber zu machen, was einem passiert ist und darüber zu sprechen. Es geschieht da, wo du mit Akzeptanz und innerer Stärke in echten Kontakt gehst! Es geht um eine innere Berührung, nicht um die kognitive Analyse alleine.
Das heisst, dass der Weg zurück ins Glück nicht darin besteht, dass du dem Glück nachjagst, sondern darin, dass du dich ehrlich all den Gefühlen annimmst, die in dir aufkommen, und dir Raum gibst, ihren Ursprung zu verstehen.
Wenn du lernst, ruhig zu werden mit den schwierigen Gefühlen und Erinnerungen, und sie zum ersten Mal wirklich zulässt. Wenn du sie, in dir zentriert, in echtem Kontakt mit ihnen, verstehen lernst. Dann kannst du loslassen.
Und in der Gegenwart ankommen.
Du merkst, dass du auch mit den schwierigsten Erlebnissen und den schlimmsten Gefühlen klarkommst, und entspannst dich. Nicht weil du denkst, dass nie mehr etwas Trauriges geschehen wird, sondern weil du eine ganz tiefe Wahrheit erkannt hast: Vertrauen und auch die Schönheit der Welt ist immer da.
Und je tiefer du mit Unverarbeitetem in dir in echten Kontakt findest, desto weiter wächst diese Erkenntnis in dir. Und die einst seltenen Momente des Glücks werden mehr. Und schliesslich wird es zu deinem Grundzustand - und die seltenen Momente sind jene, in denen du dies für kurze Zeit verlierst.