ZUR RUHE KOMMEN- ABER WIRKLICH

Sich im Alltag genug Raum zu geben, um Eindrücke zu verarbeiten und immer wieder zur Ruhe zu kommen, kann das Leben wirklich sehr verändern. Doch die oberflächliche Spannung, die sich dadurch lösen lässt, ist nicht die ganze Geschichte. Ein grosser Teil der inneren Unruhe kommt aus tieferliegenden Schichten der Psyche - aus den direkten Folgen von Prägungen und Traumata, welche dein Empfinden in jedem Moment unbewusst beeinflussen.

Die Folgen von Prägungen und Traumata lassen sich nicht durch Inseln der Ruhe alleine lösen. Es braucht aktive innere Arbeit, um sie zu erkennen, zu berühren und zu verarbeiten. Es bedeutet, dass du auf unangenehme Gefühle und Zustände zugehst, anstatt von ihnen weg - was oft der ersten, natürlichen und auch gelernten Reaktion widerspricht.

Der Grund, warum du dich vielen prägungs- und traumabezogenen Gefühlen und Zuständen schon ein Leben lang verschliesst, ist die Überforderung damit, was du eigentlich tun sollst, wenn sie da sind. Du fühlst dich vielleicht überwältigt, ausgeliefert, ohnmächtig - oder ganz einfach unwohl, wenn du mit ihnen in Kontakt kommst. Es scheint zum Beispiel sinnlos, in solchen Zuständen zu verweilen, und so versuchst du, sie so schnell wie möglich loszuwerden. Was in der Regel bedeutet, dass du sie wieder verdrängst.

Und ein Stück weit ist die Feststellung, dass es keinen Sinn macht, in solchen Zuständen und Gefühlen zu verweilen, auch korrekt! Gefühle lassen sich nämlich nicht einfach durch Exposition verarbeiten. Die wichtige Frage ist, wie du mit ihnen in Kontakt bist.

Aus einer mitfühlenden Perspektive dir selbst gegenüber, in der du in der Gegenwart gefestigt den Kontakt mit Erinnerungen und Gefühlen aus deiner Vergangenheit zulässt - da beginnst du, sie zu verarbeiten.

In diese mitfühlende Perspektive zu finden ist jedoch keine Technik, die sich wie ein Werkzeug immer gleich anwenden lässt. Das baut sich vielmehr langsam auf, durch ein immer weiter wachsendes Verständnis über sich selbst und über die Prozesse, die zur Integration dazugehören. Und auch die Verarbeitung selbst braucht viel Zeit - gerade weil es keine Technik, sondern ein organischer Prozess ist.

Die Effekte aber, die die Aufarbeitung von prägenden und traumatischen Erfahrungen auf das Leben hat, sind enorm! Natürlich bleibt das Leben auch mit wachsender Aufarbeitung oft herausfordernd. Aber wie du damit umgehen kannst, das verändert sich ganz grundlegend. Endlich wird die tiefe Ruhe spürbar, nach der du dich schon so lange sehnst. Und du findest das nötige Vertrauen in dich selbst und ins Leben, um dich wirklich geborgen und sicher zu fühlen.

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EIN WIRKLICH REGULIERTES NERVENSYSTEM